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Praxis Ingrid Stempel
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Naikan

NAI = INNEN
KAN = SCHAUEN

Innenschau/Innere Beobachtung

ein Weg zu Freiheit
eine Möglichkeit sich zu entdecken
das Heilsame dieser Übung sind die drei Naikan Fragen

Was ist Naikan?

Naikan ist eine Methode zur Selbstreflexion. In innerer Einkehr und in Stille beobachten wir uns, wie wir handeln, fühlen und denken. Dies geschieht aus dem Blickwinkel der drei Naikan Fragen, die wie folgt lauten: 

1. Was hat eine bestimmte Person (z.B. die Mutter) für mich getan?
2. Was habe ich für diese Person getan?
3. Welche Schwierigkeiten habe ich dieser Person bereitet?

Um diese  drei Fragen geht es während Naikan und um die Sichtweise, die wir daraus gewinnen. Dies ist eine einfache Methode, für die keine besonderen Voraussetzungen oder Erfahrungen notwendig sind.
Sie wurde vor 40 Jahren von Ishin Yoshimoto im Laufe vieler Jahre in Japan in dieser Form entwickelt. Dort hat sich Naikan sehr verbreitet: in Schulen, in der Resozialisierung, in der Wirtschaft, in spirituellen Bereichen. Auch in Europa und anderen Ländern der Welt wird Naikan immer mehr bekannt.

Die Naikan Woche 
Für die Bereitschaft sich auf sich einzulassen, braucht man Vertrauen und Stille. Dies ist während unseres Alltags kaum möglich. Innezuhalten und Herauszugehen aus dem Alltag ist vor großer Bedeutung um stille Einkehr halten zu können. Daher findet die Naikan Woche an einem Ort in einer ruhigen und schützenden Umgebung statt, die es ermöglicht, ungestört sein zu können, Zeit für sich zu haben, wieder Kraft zu schöpfen, zur inneren Ruhe zu gelangen. Naikan hat in der klassischen Form die Dauer von einer Woche. Dies ist sehr sinnvoll, da jeder Zeit braucht, um vom Alltag loslassen zu können und um Vertrauen zu gewinnen.

Die Teilnehmer bekommen zu Beginn der Woche jeder für sich seinen Platz. Dies ist ein Ort, auf dem sich der Einzelne geborgen fühlen kann und sich daher während der gesamten Woche immer wieder gerne zurückzieht. Für das Wohl der Teilnehmer wird die ganze Zeit über gesorgt, daher können sie sich in Ruhe auf die Übung konzentrieren.

 

Der Ablauf der Naikan Woche
Sie verbringen die Woche im Schweigen. Nach Zeitperioden von ca. 1 1/2 Stunden haben Sie die Möglichkeit mit dem Naikan Leiter ein Gespräch zu führen, um z.B. darüber zu sprechen, was Ihnen gerade am Herzen liegt oder um Ihre Gedanken zu ordnen, damit Sie wieder mehr Klarheit in Ihrem Prozess gewinnen können. Der Leiter begleitet Sie achtsam und ohne zu bewerten. 

Während der Zeitperioden betrachten Sie Ihr Leben alleine und in stiller Einkehr. Dabei erinnern Sie sich an Situationen mit Ihnen nahe stehenden Personen und zwar von Kindheit an bis in die Gegenwart. Sie beginnen die Woche mit der Mutter und versuchen sich an Situationen zu erinnern, die Sie mit ihr erlebt haben.
Diese bringen Sie in Verbindung mit den drei Naikan Fragen: 

1. Was hat in der Situation, an die Sie sich gerade erinnern, die Mutter für mich getan?
2. Was habe ich in dieser Situation für die Mutter getan?
3. Welche Schwierigkeiten habe ich in dieser Situation der Mutter bereitet?

Diese Fragen stellen Sie sich also in Bezug zu der Erinnerung, darum geht es während der gesamten  Naikan Woche. Dabei macht jeder die Erfahrung, dass im Laufe der Woche die Erinnerungen immer leichter fallen. Diese Methode ist überraschend einfach, es ist auch nicht notwendig, immer auf alle Fragen eine Antwort zu haben. 
Während dieser Woche haben Sie Zeit, ebenso wie die Mutter, mehrere Personen aus Ihrem Umfeld auszuwählen wie z.B. den Vater, Großmutter, Großvater, Bruder, Schwester, Partner, Kinder, Freunde, oder... .   

Welche Erfahrungen machen wir im Naikan?
Jeder macht die Erfahrungen für sich alleine und auf seine Weise, ohne irgendwelche alltäglichen Ansprüche oder Anforderungen erfüllen zu müssen. Naikan ist ein Weg, der durch die Erinnerung zu unseren verborgenen Schätzen und inneren Potentialen führt.

Während der Naikan Woche kommen wir wieder mehr mit uns in Berührung. Dadurch begeben wir uns auf den Weg mit dem Herzen zu erkennen, daraus zu handeln und nicht nur mit dem Verstand zu begreifen. So bemerken wir, welche Vorstellungen wir von den Dingen haben. Das lässt uns freier werden von festen Bewertungssystemen und belastenden Gedanken. Naikan gibt mehr Klarheit darüber, was uns wirklich wichtig ist. Wir können so tiefe Einsichten in das Leben gewinnen.

Was geschieht nach dieser Woche?
Sein Leben auf diese Weise zu betrachten ist eine Übung, die wir auch im Alltag fortsetzen können. Dies eröffnet uns immer wieder neue Sichtweisen. Gewohnte Blickwinkel zu erweitern bringt wohltuende Bewegung in unser Leben und bereichert es sehr. Wir bemerken auch wieder die vielen Kleinigkeiten, die das Leben ausmachen, uns Kraft geben und schenken ihnen mehr Beachtung. Unabhängig davon wie wir die Erfahrungen umsetzen, die wir während der Naikan Woche machen, bleibt uns die Möglichkeit, diesen Weg weiter zu gehen: immer wieder im Alltag innezuhalten, wahrzunehmen was in uns ist, zur inneren Ruhe zu finden.
Naikan

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Konzentration der Naikan Leiterin vor dem Gespräch

 

 

 



Wer kann Naikan üben?
Menschen in jedem Lebensalter. Grundsätzlich ist Naikan für jeden Menschen gut. Es kommen Teilnehmer, die unter anderem

  • Stille suchen
  • mehr zu sich finden möchten
  • vor beruflichen oder privaten Veränderungen stehen
  • momentan nach einen Ausweg suchen (Krankheit, unglückliche Beziehungen...)
  • Verantwortung für andere Menschen haben (beruflich, privat)
  • ruhelos sind
  • sich mit Lebensfragen, mit Spiritualität beschäftigen

Auch Jugendliche und Kinder üben in einer für sie vereinfachten Form Naikan.

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